Fünf Wochen auf Sommertörn 2020

Wie überall in diesem Jahr war lange unklar, was für uns Segler denn so möglich sein würde. Zur Saison stellte sich dann aber doch heraus, dass Holland, Deutschland und Dänemark ganz unproblematisch besegelt werden konnten und so haben wir uns Mitte Juli mit Reinhard als weiterem Crewmitglied auf den Weg gemacht. Einzige Formalität war ein ausgefülltes Formular für Dänemark, das man dabei haben musste. Dort musste man sechs Häfen angeben, die man anlaufen will – wenn es denn anders kam, war das auch OK, es war nur eine Massnahme, um Tagestouristen abzuhalten.

Die von uns angegeben Häfen lagen alle im Norden am Limfjord und am Ende haben wir keinen davon angelaufen. Wie so oft beim Segeln, hat uns der Wind einen Strich durch die Rechnung gemacht und statt wie geplant zunächst die Nordsee hochzusegeln und dann über den Limfjord in die Ostsee zu fahren, sind wir von Holland über Cuxhaven durch den Nord-Ostsee-Kanal (Kiel-Kanal) gefahren. Für alle Nichtsegler: dort muss man mit Motor fahren und wenn ein grosser Frachter passiert, ist es doch schon recht eng. Das ganze war aber sehr stimmungsvoll und es war spannend, diesen Verkehrsweg, den man so oft in seinem Leben per Auto oder Zug überquert hat, mit dem Schiff zu befahren.

Schöner Zwischenstopp im NOK an der Giselauschleuse

In der Ostsee angekommen, haben wir uns dann Zeit gelassen und sind mit vielen kurzen Schlägen rund Fünen gesegelt – ganz unbeabsichtigt in Herzform. Es war überall viel los und die Häfen voll. Wir mussten mit Sutje, die ja doch recht gross und nicht so ganz einfach zu manövrieren ist, stets zusehen, dass wir einigermassen früh im Hafen waren, um einen Liegeplatz zu bekommen.

Route in Dänemark

Leider hat sich auf dem Törn die Stopfbuchse erneut als undicht erwiesen, was ein wenig frustrierend ist, denn das war jetzt schon zwei Mal beim Fachmann. Auch die Stromversorgung hat sich als wackelig herausgestellt. Nach einer Nacht vor Anker wollten die Versorgungsbatterien erstmal nichts mehr hergeben. Da gibt es also noch was zu tun.

Positiv verlief das Testen des neuen Parasailors. Der ist wirklich erstaunlich leicht zu handhaben für die 150qm Segelfläche und macht enorm viel Spass.

Mit Parasailor unterwegs

Auch die Windsteueranlage haben wir das erste Mal in Betrieb genommen und gemerkt, dass unsere 20 Tonnen Schiff das reine Sensibelchen sind und ein paar Zentimeter mehr oder weniger Schot einen enormen Einfluss auf den Ruderdruck und damit auch auf die Funktion der Windsteueranlage haben. Da müssen wir noch einiges an Erfahrung sammeln.

Grillen auf Vejrø

Auf dem Rückweg hat Reinhard nach drei Wochen dann in Laboe abgemustert und wir sind wieder durch den Nord-Ostsee-Kanal. Den geplanten Besuch auf Sylt haben wir dann doch noch geschafft und sind dort gleich eine Woche geblieben zum Baden, Herzmuscheln sammeln und SUP fahren.

Von Sylt ging es auf die kurze Reise nach Amrum, bei der wir Schwägerin Sabine, die auf Sylt lebt, mitgenommen haben.

Sicherheitseinweisung für die Schwägerin

Von Amrum sind wir dann auf direktem Weg – grossteils unter Parasailor – nach Vlieland und von dort zurück nach Monnickendam.

Rauschefahrt mit Parasailor – der Autopilot hat zu tun

Dann haben wir uns noch eine Woche mit den üblichen Wartungsarbeiten beschäftigt. Flugrost auspolieren, Lackschäden ausbessern, Matsch aus dem Ankerkasten klauben und, und, und…

Eine Antwort auf „Fünf Wochen auf Sommertörn 2020“

  1. Hallo Ihr Lieben,

    hört sich gut an euer Bericht, auch wenn ich die Fachsprache nicht immer verstanden habe. Ich hoffe, es geht euch auch sonst gut und Ihr arbeitet weiter an euren Plänen für das nächste oder vielleicht auch doch erst übernächste Jahr. Wer weiß, was uns Corona noch alles beschert.

    Das neue Segel sieht sehr schön aus, mehr als die Optik kann ich als Laie leider nicht beurteilen.

    Vielleicht sehen wir uns dann unerwartet nächstes Jahr ja doch noch mal.

    Liebe Grüße

    Angela

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