Ungeplanter Zwischenstopp

Die letzten Tage auf La Palma blies der Nordost-Passat so konstant, dass wir Madeira nur durch tagelanges Gegenankreuzen hätten erreichen können. Deswegen haben wir uns entschieden, am 1. Mai Richtung Lanzarote zu starten. Die Windvorhersagen sahen nicht schlecht aus und versprachen, die 200-Meilen-Überfahrt in etwas mehr als zwei Tagen schaffen zu können.

Die ersten 24 Stunden verliefen planmässig, aber dann verliess uns der Wind vor Teneriffa vollständig. Deswegen sind wir nach Santa Cruz de Tenerife abgebogen, statt weiter Richtung Lanzarote zu motoren. Santa Cruz ist ja nicht der schlechteste Ort, um auf guten Wind für die Weiterfahrt zu warten. So konnten wir noch die eine oder andere Wanderung machen, den Markt noch einmal besuchen und die Stadt geniessen.

So der neue Plan – aber es kam anders.

Ziemlich bald habe ich mir, vermutlich irgendwo im „Vorbeigehen“, Corona eingefangen. Nach wenigen Tagen war ich wieder fit, aber nun liegt Petra. Und meine Testergebnisse sind immer noch positiv. Also ist erstmal Selbstisolation angesagt. Die Spanier gehen zwar sehr entspannt mit Corona um (keine Maskenpflicht, ausser in Verkehrsmitteln, im Infektionsfall nur eine Isolationsempfehlung, keine -pflicht), aber an die Empfehlung werden wir uns halten. Da Petras Lebensmittelbevorratung sehr gut organisiert ist, werden wir so schnell auch weder Hunger noch Durst leiden. Und so hat man viel Zeit, Kleinarbeiten am Schiff zu machen, mal in Ruhe zu lesen oder lange aufgeschobene Projekte anzugehen.

Eines dieser Projekte ist der Bau einer neue Kühlschranksteuerung, da die alte Steuerung immer häufiger nach eigenem Gusto die Temperatur einstellt. Dank an Rolf von der SY Piccolina für die Idee, dies mit einem Arduino (einem kleinen preiswerten Microcontroller-Board) umzusetzen. Die Programmierung war – auch dank Beispielcode von Rolf – schnell gemacht, nur die Elektronik hat etwas Forschung erfordert, da ich mich damit nicht wirklich auskenne. Zum Beispiel war die Frage zu lösen, wie man aus den 12-14V, die es im Boot hat, einfach 5V machen kann, die ein Arduino haben möchte. Dank Google lies sich das notwendige Know How schnell zusammensammeln und mit wenigen elektronischen Bauteilen und etwas Löterei funktioniert die Steuerung jetzt. Und die neue Steuerung ist sogar so schlau, dass sie bei reichlich Vorhandensein von Solarstrom den Sollwert des Kühlschranks absenkt, damit quasi auf Vorrat gekühlt wird. Nur auf den finalen Einbau wartet das gute Stück noch.

Kühlschranksteuerung (sieht wild aus, aber funktioniert)

La Gomera – ein Traum ging in Erfüllung

Morgen früh heisst es nun für uns Abschied von La Gomera zu nehmen. Wir wollen uns auf den Weg nach El Hierro machen.

Mit La Gomera haben wir uns einen lang gehegten Traum erfüllt. Hierher haben wir vor 28 Jahren unsere Hochzeitsreise gemacht und schon damals hat Jan davon geträumt, einmal mit dem eigenen Segelboot hier anzukommen und im Hafen von San Sebastian zu liegen.
Dieser Traum ist nun Wirklichkeit geworden und es war auch sehr schön. Insofern fällt der Abschied von hier vielleicht noch ein ganz klein wenig schwerer als sonst, wenn man wieder lossegelt.

Wir kennen die Insel gut, denn wir waren auch nach unserer Hochzeitsreise mehrfach zu Besuch und haben immer auf der Finca El Cabrito, südwestlich von San Sebastian gewohnt. Auch dieses Mal haben wir uns gemeinsam mit unseren Besucherinnen Sabine und Alexandra auf einen Kurzurlaub vom Schiff für ein paar Tage dort einquartiert.

Auf dem Weg nach El Cabrito
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Wetterkapriolen

Als Laie denkt man ja immer, auf den Kanaren ist ein immer gleiches schönes und sonniges Wetter, aber gerade in den letzten Wochen haben wir hier ganz intensive Wetterlagen und Wetterwechsel erlebt. Über mehrere Tage hatten wir einen Südostwind, Calima, der jede Mange Saharastaub mit sich bringt. Die Luft ist dann sehr trocken und alles ist milchig trüb vom feinen gelben Saharasand, der sich überall ablagert. Auch unser Schiff war aussen wie innen total zugestaubt. Da wir aber eh einen Termin in der Werft zum Auskranen hatten, haben wir es so gelassen, denn vor einem Werftaufenthalt braucht man ein Schiff nicht sauber zu machen. Auf der Werft wird es eh dreckig.

Sonne hinter Staub
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Die Cuauhtémoc-Show

Im Gegensatz zur Gorch Fock, die Corona-bedingt leider keine Schiffsbesichtigung zugelassen hat, war eine Besichtigung der Cuauhtémoc, dem Segelschulschiff der mexikanischen Marine ganz problemlos- einfach den Offizier an der Gangway freundlich grüßen, eine Dosis Handdesinfektionsmittel in Empfang nehmen und schon konnten wir uns überall an Deck frei bewegen.

Das Schiff ist – zumindest äußerlich – in einem beeindruckenden Zustand. Alles ist mit viel Liebe zum Detail gewienert und lackiert. Eigentlich kann die Gorch Fock nach dem etwas zu teuer geratenen Werftaufenthalt an Deck auch nicht besser aussehen. Allerdings hat die Gorch Fock einen Landstromanschluss. Sie muss also zur Energieversorgung im Hafen keine Maschine laufen lassen, was ja sehr umweltfreundlich ist. Hier in Santa Cruz hat das leider nicht viel gebracht. An ihrem Liegeplatz gab es keinen ausreichend leistungsfähigen Landstrom und so steckte das Kabel in einem Dieselgenerator an Land. Am Ende hier also genauso umweltfreundlich wie die Cuauhtémoc, die ihren eigenen Generator laufen liess.

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Unsere nächsten Ziele

Von mehreren Seiten wurden wir gefragt, wie unsere weitere Planung aussieht. Daraus wollen wir natürlich kein Geheimnis machen – soweit wir es denn selbst wissen.

Der Standardplan von Seglern auf der sogenannten Barfußroute sieht vor, dass man spätestens im Herbst auf den Kanaren ankommt. Sobald im November die Hurrican Season in der Karibik vorbei ist, segelt man von dort entweder direkt oder über die Kapverden Richtung Karibik. Dann hat man bis zum Mai Zeit für die Karibik, bevor die nächste Hurrican Season vor der Tür steht.

So eng getaktet wollen wir nicht segeln, sondern uns da Zeit lassen, wo es schön ist. Deswegen war von Anfang an klar, dass wir in dieser Saison den Atlantik nicht überqueren werden, sondern uns viel Zeit für die einzelnen Kanaren-Inseln nehmen wollen.

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Endlich Blauwasser

Nach dem grünen Wasser der Nordsee, dem grauen Wasser der Biskaya und dem graublauen Wasser an der Küste vor Spanien und Portugal segeln wir jetzt endlich in wirklich blauem Wasser.
Dienstag nachmittag haben wir den Anker vor Culatra gelichtet, um uns auf die Fahrt nach Lanzarote zu machen. Dafür hatten wir schon Tage vorher die verschiedenen Wettermodelle beobachtet, um ein geeignetes Wetterfenster zu finden, und für einen Start am Dienstag sah es sehr gut aus.

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