Seit ein paar Tagen ist Sutje wieder in ihrem Element. So viel vorweg, es war mühsam. Gerne wollte sie da anscheinend gar nicht wieder hin. Aber dazu gleich mehr.
Seit gut zwei Wochen bin ich (Jan) wieder in Kanada, während Petra das Frühjahr in Deutschland geniesst und die letzten Bestellungen von Ersatzteilen abwickelt, bevor sie Ende der Woche nachkommt.
Dafür kann sie dann hier das Frühjahr noch einmal geniessen, denn die Natur ist in Nova Scotia in ihrer Entwicklung noch deutlich zurück. Als ich Anfang Mai ankam, war noch kein Hauch Grün in der Landschaft. So langsam wird es aber …

Das Schiff hat den langen Winter gut überstanden. Gröbere Schäden habe ich noch keine gefunden. Trotzdem gab es wie immer nach einer längeren Segelpause viel zu tun. Der Bewuchsschutz des Unterwasserschiffs musste erneuert werden, der Rumpf poliert, das Trinkwassersystem vom Frostschutzmittel befreit und so weiter.
Aber vor drei Tagen war es dann so weit. Alle geplanten Arbeiten waren abgeschlossen und das Schiff bereit für die Wasserung. Als Termin für die Abholung war 10:00 vereinbart. Der Krantermin musste zur Tide passen, denn bei Niedrigwasser hätte die Sutje im Kranbecken zu wenig Wasser unter dem Kiel gehabt. Das Hochwasser war um 12:00, das wir in etwa gerne treffen wollten.
Kurz nach 10:00 kam die Werftcrew auch mit ihrem Trailer an, den sie in Millimeterarbeit an den links und rechts abgestellten Booten vorbei unter die Sutje bugsiert haben.

Doch als der Trecker die Sutje rausziehen sollte, passierte … gar nichts. Trailer und Schiff waren so tief im Kies eingesackt, dass beim Trecker einfach nur die Reifen durchdrehten. Auch ein später vorgeschnallter Gabelstapler hat nichts geholfen.
Also blieb nur, erstmal die vier Nachbarschiffe links und rechts umzuparken, damit die Crew mit ihrem grossen Kran reinfahren konnte. Mittlerweile war es 14:00 und die Zeit wurde langsam knapp, um noch ausreichend Wasser zu haben. Als dann der Kran endlich in Position war und Sutje in den Gurten hing, passierte … wieder nichts. Auch der Kran grub sich in den Kies ein. Tim, der Chef der Crew, sonst immer Seltenraucher, war mittlerweile zum Kettenraucher geworden. Nachdem sie zusätzlich ihren Trecker vor den Kran geschnallt haben, ging es schließlich doch raus aus der Lücke.

Um 15:00 kamen wir endlich am Kranbecken an, wo gerade eben noch genug Wasser war, um das Schiff reinzusetzen. Aber ein weiteres Schreckmoment gab es noch. Als der Kran auf den hölzernen Steg fuhr, brachen vier Planken vom Steg. Kran und Sutje drohten an einer Seite wegzukippen. Mit einem beherzten Gasgeben hat Tim es noch auf stabile Planken geschafft und die Sutje rechtzeitig ins Wasser gebracht. Als sie endlich schwamm und sicher vertäut war, meinte er nur „we will both sleep like a baby tonight“. Und er hatte Recht.
Jetzt liegen wir erstmal am Steg, um das Schiff segelfertig zu machen und Vorräte aufzufüllen, bevor es Anfang Juni losgeht Richtung Neufundland.

















