Für dieses Rezept würden meine nordfriesischen Vorfahren mich wahrscheinlich einmal durch den Priel ziehen. Ist der Grünkohl bei uns doch ein absolutes Heiligtum. Früher eine Armenspeise, in der man zur Not auch mal den Steuereintreiber vom Festland erstickt hat, ist es heute ein üppiges Festtagsmahl mit viel geräuchertem Schweinefleisch. Und es gibt es natürlich nur im Winter.
Auf unserer Fahrt Richtung Sommerlager haben wir nun relativ zügig die uns schon bekannten Inseln Dominica, Martinique und Saint Lucia abgesegelt. Die Passagen zwischen den Inseln sind so 20 bis 30 Meilen offene See und dann segelt oder motort man in Lee der Inseln immer noch eine Strecke bis zum angepeilten Liegeplatz. Die Etappen lassen sich also alle gut als Tagestörn gestalten. Wir brechen trotzdem immer früh um sechs Uhr auf, damit wir uns Zeit lassen können, auch bei weniger Wind die Strecke auszusegeln und trotzdem noch bei Licht anzukommen. Das hat auf allen Überfahrten auch gut funktioniert.
Barbuda: endlose, leere, Strände aus feinstem weißen Sand und flaches türkises Wasser mit Korallenriffen. Hier wird der Traum vom Ankern in der Karibik Wirklichkeit. Am Strand eine Bar, umgeben von niedrigem Buschwerk. In der Ferne ein paar Gebäude, vor denen Kitesurfer über das Wasser fliegen. So stellt man sich das vor.
Ein paar Wochen später und Frido, unser Gecko, ist immer noch da. Sein Aktionsradius hat sich auf alle Innenräume erweitert und er ist fleißig unterwegs. Die Insektenpopulation auf der Sutje scheint ausreichend Nahrung zu bieten, denn Frido hat sich nun schon mehrfach gehäutet und der stuppige Babygecko hat sich zu einem schlanken Jäger entwickelt.
Nun durfte auch ich (Karin) Pee und Jan im Paradies besuchen. Mein Ziel war Guadeloupe, ein Archipel der Kleinen Antillen, das zu Frankreich gehört und sechs bewohnte Inseln hat, von denen wir fünf besucht haben: Basse-Terre und Grand-Terre bilden die beiden Flügel der Schmetterlingsinsel, Marie-Galante ist ein rundes Eiland im Süden des Archipels, Terre-de-Haut und Terre-de-Bas gehören neben unbewohnten Inseln zu den zauberhaften Les Saintes.
Im frostigen Berlin habe ich mir alle Klamotten übereinander angezogen, auf der Reise dann alles von mir geworfen. Es war durchgehend heiß, die Nächte warm, von Regen kaum eine Spur, das Atlantikwasser „kühle“ 25 Grad.
Die Hauptstadt Point-à.Pitre hat wenig Charme, aber gute Einkaufsmöglichkeiten. Die Preise auf Guadeloupe liegen deutlich über denen bei uns, wir sind schließlich in Frankreich und vieles muss importiert werden. Die Einkaufszentren sind hochmodern, der Carrefour war der größe Supermarkt, den ich je gesehen habe. Die Marktplätze der Stadt haben wenig Lebensmittelstände, sondern eher Souvenirs für Touristen, die größtenteils von den riesigen Kreuzfahrtschiffen in die Stadt gespült werden.
Nach den etwas aufwändigen Kohlrouladen bin ich Euch ja noch ein Rezept für die weitere Verarbeitung des restlichen Wirsings schuldig. Klassisch wäre da natürlich die Möglichkeit, den Kohl irgendwie mit Lamm oder Rind, Kartoffeln und Karotten zu einem Eintopf zu schmoren. Aber da Jan so gerne Nudeln isst, hat der Kohl am nächsten Tag einen anderen Weg genommen: