Braga und der Gute Jesus

Wir geben zu, dass wir nicht die geringste Ahnung von dieser spektakulären Segenwürdigkeit hier im Norden von Portugal hatten. Und dabei sind wir auf dem Weg in den Geres Nationalpark schon zwei Mal durch Braga gefahren. Glücklicherweise haben wir dann aber bei der Recherche nach weiteren Ausflugszielen Braga und Bom Jesus do Monte gefunden und gestern geeinsam mit Ida und Samuel, die für eine Woche hier bei uns auf dem Boot zu Gast sind, besucht.

Die Stadt Braga selbst ist mit ihrer Altstadt, der Kathedrale, den vielen Kirchen schon einen Ausflug wert. Ein bisschen Charme wie Porto, aber nicht so anstrengend zu schlendern, weil alles auf einer Ebene liegt und insgesamt auf entspannte Weise religiös. Es gibt viele Läden mit Devotionalien, aber auch mit Priesterbekleidung und Zubehör und in Werkstätten werden Messkelche hergestellt. In einer der vielen Kirche wurde gerade eine Messe abgehalten, die Türen waren offen und man konnte schöner Musik von Fagott/ Oboe lauschen. Und natürlich kann man gut Essen.

Wirklich atemberaubend schön ist dann aber Bom Jesus do Monte, ein Wallfahrtsort am Stadtrand von Braga. Man schlendert zunächst ganz unbedarft einige noch im Wald gelegene moderat ansteigende Serpentien hinauf. Das ist angenehm und entspannend. Und dann öffnet sich plötzlich alles und man gelangt an einen Platz, der einerseits Blick über Braga und das ganze Tal und andererseits Blick auf die steil ansteigenden Treppen, die zur Wallfahrtskirche auf dem Hügel führen, bietet. Die strenge Symmetrie und minimalistische Farbgebung der ganzen Anlage sind bestechend und wenn man das alles dann in sich aufgenommen hat, fällt der Blick auf die Details.

Auf dem Weg nach oben wird natürlich der Leidensweg Jesus dargestellt, in Dioramen, jedes in einer eigenen Kapelle. Die Treppen sind mit vielen Statuen und religiösen Dekorationselementen geschmückt, so dass es überall etwas zu entdecken gibt. Die Kirche selbst ist recht schlicht und hell und hat eine sehr angenehme Stimmung. Dieser Wallfahrtsort ist definitiv auch für nicht-gläubige einen Besuch wert. Es ist schön, es ist nicht überlaufen und es hat keine Verkaufsstände mit Kram.

Für Morgen ist ein günstiger Wind aus Norden angesagt und wir planen dann die Weiterfahrt über Nacht Richtung Nazare.

4 Antworten auf „Braga und der Gute Jesus“

  1. Ahoi nach Portugal, wie ich sehe seid ihr schon unterwegs nach Nazare zu den hohen Wellen. Da könnt ihr dann mal ausprobieren, was man alles aus einem SUP raus holen kann 🙂
    Ist denn überhaupt schon Saison für hohe Wellen dort ?
    Der schöne Bericht über Braga und den ‚Guten Jesus‘ hat mich an den Sacro Monte in Varallo erinnert, den wir auf unserer Wandertour im Piemont besucht haben. Die Architektur in Braga scheint aber noch eindrucksvoller zu sein.
    All die schönen Berichte von Galizien und Nordportugal machen uns richtig reiselustig.
    Ursel und ich werden (nicht nur deshalb) jetzt auch noch für ein paar Wochen der Sonne nachreisen und Sardinien besuchen.
    Dann erst einmal gute Weiterfahrt nach Nazare und wir freuen uns schon auf den nächsten Beitrag. Liebe Grüße auch von Ursel.

    1. Nach einer schönen und schnellen Nachtfahrt ist Nazare in Sicht, hoffentlich ohne die hohen Wellen in der Hafeneinfahrt
      Land in Sicht

    2. Die berühmten Wellen sind noch nicht da, solange der Nordwind noch weht – und der soll möglichst so lange wehen, bis wir an der Algarve sind.
      Für unser SUP war die Welle zu viel, aber echte Surfer haben sich noch nicht blicken lassen. Brandung

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