Besuch im Douro-Tal

Bevor wir zum Thema Douro-Tal kommen, möchten wir uns bei allen bedanken, die unsere Beiträge so fleissig lesen und kommentieren. Wir freuen uns über Euer positives Feedback, das uns zum Weitermachen motiviert. Zur Aufgabenverteilung: Detailbilder und Texte kommen zu 99% von Petra, sonstige Bilder, Proofreading und IT-Infrastruktur von Jan.

Der Douro verdient sein eigenes Kapitel im Blog, nicht nur wegen seiner Bedeutung als Weinanbaugebiet, sondern weil das Flusstal einfach auch ganz besonders schön ist. Die Terassen mit den Weinreben, die sich an beiden Ufern des Flusses entlang der steilen Hänge winden, dominieren natürlich alles und geben dem ganzen Tal eine meandernde Struktur, die in ihrer extrem aufgeräumten Künstlichkeit schon fast wieder natürlich wirkt. Man kann sich an dieser Landschaft ähnlich festgucken wie an den Wellen beim Segeln und und bekommt das Gefühl, alles ist im Fluss. Aber vielleicht liegt dieser Eindruck auch nur an der Hitze, die dort war.

Wir sind von Pinhão aus 500 steile Höhenmeter den Nordhang bei Sonne und stehender Luft auf einer kleinen Strasse gesäumt von Felsmauern hinaufgewandert. Man kommt teils an recht luxuriösen Anwesen vorbei, die in den Weinbergen verstreut sind und teils an völlig verfallenen Gebäuden. Richtig authentisch wurde es dann auch noch mit einer Meute aufgeschreckter Hunde, die uns bellend und knurrend von mehreren Seiten doch recht nah kamen und erst nach geraumer Zeit von einer Frau zurückgerufen wurden. Hunde sind beim Wandern schon immer wieder eine Herausforderung.

Oben angekommen landeten wir zufällig in einem kleinen privaten Olivenöl Museum mit Verkostung, Tapas und fantastischem Blick. Duch die Weinberge zwischen Reben und Olivenbäumen ging es wieder bergab nach Pinhão. Die Sammeldose, die ich immer gerne beim Wandern dabei habe, konnten wir dann noch mit ganz leckeren Feigen vom Wegesrand füllen. Sowas macht den Wanderer ja auch immer glücklich.

Im Douro-Tal geht es trotz der wirtschaftlichen und touristischen Bedeutung noch ganz gemach zu. Zumindest der Teil, den wir gesehen haben ist nicht durch Infrastrukturprojekte verschandelt. Die Strassen sind eng und schlängeln sich die Hänge hoch und runter und der Zug von Porto fährt auf einer eingleisigen Strecke und wirkt wie eine Museumsbahn.

Natürlich wollten wir uns dann vor Ort auch noch mit ein wenig Wein verproviantieren und das ist natürlich schwierig bei so viel Angebot. Man kann sich ja nicht durch die ganzen Winzereien durchverkosten. Wir sind das ganz pragmatisch angegangen und haben geschaut, ob unsere Freunde, Doro und Norbert, die den Weinhandel Vinisüd betreiben, etwas aus der Gegend haben. Auf ihre Auswahl kann man sich verlassen. Die Strategie war gut – die beiden haben einen Winzer in der Nähe von Pinhão im Programm und da sind wir dann auch gleich hingefahren. Normalerweise hat João keine öffentliche Verkostung ohne Voranmeldung, aber er hat uns trotzdem sehr nett betreut und wir haben jetzt ein paar nette Port- und Rotweinschätzchen tief unten im Schiff eingelagert. Bemerkenswert war auch sein Vertrauen. Wir hatten nicht genug Bargeld und Kartenzahlung ging bei ihm nicht. Er hat uns einfach die Rechnung mitgegeben und wir konnten später überweisen.

4 Antworten auf „Besuch im Douro-Tal“

  1. Wunderschön! Ich liebe Portugal auch sehr und finde, es hat auch einen ganz besonderen Geruch, den man auch im Wein wiederfindet.
    Habt ihr eigentlich einen Zeitplan, wann ihr wo sein wollt, oder lässt ihr euch komplett treiben?
    Sonnige Grüße vom ollen Sandknust

    1. Zeitplan haben wir -fast- keinen. Wir bleiben solange es uns gefällt und wir guten Wind zum Weitersegeln haben.
      Einzige Eckdaten momentan sind

      • Anfang Oktober Algarve wegen Werfttermin
      • Danach Madeira und Kanaren für längere Zeit

      Grüße zurück an die Insel

  2. Wie schön, dass ihr bei Infantado vorbeigeschaut habt!!! Wir wollen seit Jahren dort persönlich hin und haben es noch nicht geschafft. Wir treffen uns immer nur auf der Messe in Düsseldorf. Eine sehr sympathische Familie.
    Wir sind gestern Abend aus Stockholm zurückgekommen und immer noch ganz ausgefüllt von den Eindrücken aus dieser wunderschönen Stadt. Die Reise durch Südschweden war sehr entspannt, Tempo 110 auf der Autobahn, Zimtschnecken und Kaffee am Nachmittag, viel Wasser, leider kein Elch in Sicht.
    Hanna fühlt sich an der Uni dort sehr wohl, nach wie vor ist viel online, z.B. der Schwedischkurs auf zoom mit 300 Teilnehmern, wo alle dann zusammen schwedische Sätze nachsprechen sollen. Aber bei den anderen Kursen klappt es gut und da sie Geographie dort belegt hat gibt es viele Exkursionen.
    Petra, das mit der Sammelbüchse ist gut, das werde ich ab jetzt auch machen, besser als die Jackentaschen!!
    Euch noch eine gute Zeit in Portugal, Danke für die tollen Berichte und dann wenn es soweit ist gute Winde zum Weitersegeln.
    Liebe Grüße aus Erlangen
    Doro und Norbert

  3. Hi ihr 2
    Wieder mal ein toller Bericht.
    Man freut sich schon auf den nächsten….besser als jede Doku im TV.
    Ich werde mal die Daumen drücken, dass bald der Wind kommt.
    Liebe Grüße vom super spätsommerlichen Sylt Sabine

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