Auf nach Neufundland

Die geschützten Gewässer vom Bras d’Or auf Cape Breton im Norden von Neufundland haben wir bei gutem Wetter verlassen und uns auf den Weg nach Neufundland gemacht. Die Ausfahrt aus dem Binnengewässer ist noch einmal sehr spannend gewesen, weil dort ziemlich viel Strom steht und man die Tide gut abpassen sollte, um geschmeidig durch das enge Fahrwasser auf die offene See zu kommen. Für uns hieß das um fünf Uhr morgens los.

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Nebliges Nova Scotia

Einen Monat lang bin ich nun schon wieder auf dem Schiff. Das Eingewöhnen fällt diesmal nicht so leicht. Am Anfang stand natürlich erstmal wieder die Verproviantierung vornan. Den Winter über war wegen der Frostgefahr nichts mit wässrigem Inhalt auf der Sutje geblieben. So ging´s in die Supermärkte und an das Befüllen von Schapps.

Dann, nach ein paar Tagen ging es mit kurzen Strecken los von Ankerplatz zu Ankerplatz Richtung Nordosten entlang der Küste von Nova Scotia. Es war oft kalt und neblig, der Wind oft schwach, immer unbeständig, die See aber oft schwellig, so dass man kräftig durchgeschüttelt wurde. So hielt sich die Motivation für längere Passagen in Grenzen. Gerne wären wir zügig über Prince Edward Island und die Magdalenen Insel an die Westküste von Neufundland gesegelt. Aber die Bedingungen dafür waren uns nicht gut genug. So sind wir jetzt im angenehm geschützten Binnenmeer Bras d’Or von Cape Breton.

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Warten auf den Sturm

Wir sind nun schon zehn Tage in Yarmouth an der Südwest-Küste von Nova Scotia. Es ist ein netter, recht verschlafener Ort, der ein bisschen verlassen und aus der Zeit gefallen wirkt. Die Hauptstraße bietet wenig, da bis auf ein paar Gastrobetriebe fast alles dichtgemacht hat oder gerade in Abwicklung begriffen ist. Ein paar hübsche Häuser kunden von vergangenen Zeiten, als Yarmouth noch großer Fischerei- und Industriestandort und die Main Street dicht bevölkert war. Aber es ist alles nett und gepflegt. Obwohl die Kaufkraft von den Malls in der Peripherie abgezogen wird, bemüht man sich durch kostenlosen Busservice, Parks, Galerien und einen gut besuchten samstäglichen Farmers Market um die Förderung eines innerstädtischen Lebens.

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Unsere letzten Wochen in den USA

Die letzten drei Wochen sind wir nun ganz sutje durch das Archipel von Maine geschippert. Felsküste, die hin und wieder Platz für einen kleinen Sandstrand macht, Fjorde und Buchten und zahllose Inseln und ganz viel Wald prägen die Küste von Maine. Mit kurzen Tagestörns kann man beliebig viele ruhige Ankerplätze erreichen und so ganz entspannt dahinreisen und sich durch Zeit und Raum treiben lassen. Kegelrobben sind allgegenwärtig und in windstiller Nacht hört man sie oft dem Boot ganz nahe auftauchen und mehrmals tief und kräftig einatmen. Fast überall konnten wir wandern, mal kurz und einfach, mal lang und anspruchsvoll.

Drei Inseln haben uns dabei besonders gut gefallen.

Hog Island, eine kleine Insel, die von der National Audubon Society bewirtschaftet wird. Die ganze Insel ist Naturschutzgebiet und hat nur ein einfaches Sommercamp, das vor allem von Vogel- und Naturschützern besucht wird. Die Gesellschaft hat erfolgreich Papageientaucher in Maine wiederangesiedelt und macht vom Camp aus nun Exkursionen zu den entlegenen Brutgebieten. Man hat zwei Gästemoorings, die von Bootsreisenden gegen Spende genutzt werden dürfen. Auf der Insel selbst gibt es dann außer dem Camp nur einen Wanderweg, der durch den ungenutzten ursprünglichen Wald führt.

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Ankunft in Maine

Inzwischen haben wir schon wieder so viel gesehen, dass wir das manchmal gar nicht mehr auseinanderhalten können. Die Orte, an denen wir waren, bekommen wir schon noch zusammen, aber manchmal fragen wir uns gerade bei den Lebensmitteln, was wir eigentlich wo gefunden und gekauft haben. Das passiert, wenn man in kurzer Zeit viele Ankerplätze anfährt und dabei immer ein wachsames Auge auf das Befüllen möglicher Lücken im Proviant hat.

In Boston sind wir jedenfalls 15 km zu Fuß quer durch die Stadt gepilgert, um zu einem russischen Supermarkt zu kommen. Wir hatten in Brooklyn ja gelernt, dass man dort Matjes kaufen kann und der sollte in Bosten wieder aufgefüllt werden. An nächsten Tag gings in die andere Richtung zu einem Käseladen und so haben wir die Stadt recht gut kennengelernt. Boston ist ziemlich kompakt. Wir lagen direkt vor der Skyline von der geschäftigen und touristischen Downtown.

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Cape Cod

Dieser Name steht für mich schon lange für einen Sehnsuchtsort. Nicht nur der Name löst positive Assoziationen aus, wenn man wie ich sehr gerne Kabeljau isst. Auch beim Blick auf die Landkarte produziert das Kopfkino Bilder von langen Sandstränden und Dünenlandschaft. Der Besuch so eines Sehnsuchtsortes kann dann ja sehr enttäuschend sein, aber das war bei Cape Cod gar nicht so.

Der Ort Provincetown, vor dem wir vor Anker lagen, ist ein beliebtes Urlaubsziel der LGBTQ+ Community. Entsprechend bunt, gut gelaunt und liberal ist die Stimmung. Entlang der Hauptstraße reihen sich jede Menge Cafés, Bars, Restaurants und Shops. Die vielen Fußgänger dominieren das Verkehrsgeschehen und Fahrradfahrer und Autos müssen sich dem Tempo anpassen. Im Prinzip eine de facto Fußgängerzone.

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