Europa liegt nun hinter uns

Gestern morgen bei Sonnenaufgang haben wir nach sechs Tagen und Nächten auf See nun Sal, die östlichste der Kapverdischen Inseln erreicht. Kaum Lichter an Land, wenig Seezeichen, von denen auch nicht alle funktionieren, tauchte die Insel erst spät im morgendlichen Dunst auf. Ein flaches, trockenes Eiland mit ein paar Vulkankegeln, gegen die Sonne ein Pastell in braun.

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Abschied von den Azoren

Nun geht unsere Zeit auf den Azoren so langsam zu ende. Zusammen mit Reinhard hatten wir zwei super schöne und aktive Wochen auf Sao Miguel. Die Insel ist größer und vielfältiger als die anderen Azoren und so hat man alles auf einmal: Kraterseen, Wälder, heiße Thermen, schöne Parks und tolle Badestellen. Wie immer waren wir viel in Wanderschuhen unterwegs, aber auch Baden, Kajakfahren und Tauchen. Jan konnte seinen Tauchschein, den er auf La Palma angefangen hat, fertig machen und kann nun in Zukunft das Unterwasserschiff auch selbst voll zertifiziert in Augenschein nehmen.

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Velas auf Sao Jorge – im Windschatten des Pico

Inzwischen sind wir von Terceira weitergezogen nach Sao Jorge. Auch diese Tour von nur 50 Seemeilen haben wir über Nacht gemacht, weil man dann nicht so früh aufstehen muss, um sicher noch im Hellen im unbekannten Hafen anzukommen und sich beim Segeln so auch mehr Zeit lassen kann. Wie auch unsere anderen Schläge zwischen den Inseln war es ein entspanntes Segeln bei leichten Winden und guter Sicht. Sao Jorge und die Nachbarinsel Pico waren die ganze Zeit über gut zu sehen und so hatten wir uns am Wind mit zwei Wenden langsam bis zum späten Vormittag bis in die Meerenge zwischen den beiden Inseln vorgearbeitet. Dort verließ uns der Wind und wir mussten einige Meilen bis zur Marina unter Motor laufen. Gefühlt war das wie eine Ausflugsfahrt im Tuckerboot auf einem Bergsee – ganz ungewohnt war, so viel Land in der Nähe zu haben.

Die Marina von Velas ist recht klein und hat nur wenig Liegeplätze, aber der überaus nette Hafenmeister, dessen Ruf ihm auch entsprechend weit vorauseilt, bemüht sich sehr und bringt gekonnt viele Schiffe unter. Hier liegt man auch im Päckchen. Das heißt, man muss über andere Schiffe steigen, um zum Steg zu gelangen. Das war in den Marinas von Santa Maria, Ponta Delgada und Angra nicht üblich.

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Aus der Bordküche: Kohl – das Superfood der Langfahrtsegler

Zur Abwechslung heute mal wieder etwas aus der Bordküche. Ich weiß ja nicht, ob das alle so sehen wie wir, aber wir finden Kohl eine prima Sache.

Wir sind im Moment ja noch lange nicht in einer Gegend, in der die Verproviantierungslage schwierig ist und wir haben ja auch noch keine Seepassage von mehr als fünf Tagen hinter uns. Insofern haben wir meist eine recht gute Versorgung mit frischem Obst und Gemüse. Aber auf den Azoren und auch auf den Kanaren ist es abseits von den großen Zentren mit üppigen Märkten und guter Gemüseabteilung im Supermarkt häufig schon stark eingeschränkt. Man kann sich nicht vorher überlegen, was man gerne kochen will, sondern man muss das verarbeiten, was eben gerade da ist.

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