La Gomera – ein Traum ging in Erfüllung

Morgen früh heisst es nun für uns Abschied von La Gomera zu nehmen. Wir wollen uns auf den Weg nach El Hierro machen.

Mit La Gomera haben wir uns einen lang gehegten Traum erfüllt. Hierher haben wir vor 28 Jahren unsere Hochzeitsreise gemacht und schon damals hat Jan davon geträumt, einmal mit dem eigenen Segelboot hier anzukommen und im Hafen von San Sebastian zu liegen.
Dieser Traum ist nun Wirklichkeit geworden und es war auch sehr schön. Insofern fällt der Abschied von hier vielleicht noch ein ganz klein wenig schwerer als sonst, wenn man wieder lossegelt.

Wir kennen die Insel gut, denn wir waren auch nach unserer Hochzeitsreise mehrfach zu Besuch und haben immer auf der Finca El Cabrito, südwestlich von San Sebastian gewohnt. Auch dieses Mal haben wir uns gemeinsam mit unseren Besucherinnen Sabine und Alexandra auf einen Kurzurlaub vom Schiff für ein paar Tage dort einquartiert.

Auf dem Weg nach El Cabrito

Die Finca ist ein kleines Paradies und es ist schön zu sehen, wie Menschen hier über die Jahre die Natur behutsam bewirtschaften und gestalten und etwas nachhaltig Schönes erschaffen.

Im Laufe der Jahre habe wir auf La Gomera schon fast alle Ecken erwandert, so dass wir jetzt teils auf gut bekannten Pfaden unterwegs waren und teils ein paar Lücken geschlossen haben. Noch nie haben wir die Insel so grün und so erblüht erlebt. Und auch noch nie dauerhaft so windig und nass. Der Nebelwald hat seinem Namen alle Ehre gemacht und war meist wolkenverhangen und garstig.

Neben dem Wald gibt es natürlich auch viele Barrancos, die man bewandern kann und die mit ihren steilen Flanken sehr abwechslungsreiches Gelände und spannende Wege zu bieten haben.

Bei Sonne fing die dezent weiss blühende Baumheide und auch der weisse Ginster dann um so intensiver an zu duften und Vogelgesang und Insektensummen beschallt den ganzen Wald. Es ist wirklich einmalig.

In den vielen Jahren, die wir die Insel nun kennen, hat sich eigentlich auch nicht viel verändert. In San Sebastian hat man zwei Strassen zu Fussgängerzonen gemacht und es haben sich ein paar Restaurants angesiedelt, aber im Wesentlichen ist alles gleich geblieben. Die Bar am zentralen Platz unter den grossen Feigenbäumen gab es schon immer und sie hat sich nie geändert. Das ist irgendwie schön, wo doch sonst alles einem schnellen und stetigen Wandel unterworfen ist.

Auf La Gomera wird speziell durch die EU Förderung zwar auch immer etwas gebaut, meist neue Aussichtspunkte an den Strasssen – die Miradore, oder grosse Busbahnhöfe am Rand von kleinen Orten, aber das änderst alles auch nichts, ausser dass man eben baut. Die Miradore sind ganz nett und es freut die Touristen auf ihren Autotouren, wenn man hier und da bequem anhalten und schauen kann. Die Busbahnhöfe sind völlig nutzlos, weil die Leute da gar nicht hingehen, sondern den Bus einfach durch Winken im Ort abfangen, wenn er durchkommt. Er hält dann auch. Insofern schlummert La Gomera so ein wenig zeitlos vor sich hin. Sehr wohltuend.

Neben unseren Wanderungen haben wir natürlich auch am Schiff ein wenig gearbeitet. Sabine und ich hatten uns den Rumpf von aussen vorgenommen. Dort bilden sich mit der Zeit erstaunlich viele Kalkflecken, die wir mit Essigsäure entfernt haben. Jan hat sich um die Entrostung und Lackierung der Backskiste gekümmert.

Nett war auch, dass vor ein paar Tagen dann noch ein Schwesterschiff von uns hier eingelaufen ist, ebenfalls eine Koopmans Frisian 46, die Gemini. Davon sind nur 6 oder 7 Stück gebaut worden und dann kommt eine hier angesegelt. Das Schiff liegt auf El Hierro und ist hier nur für ein paar Wartungsarbeiten.

Die meisten Schiffe, die sonst hier im Hafen ankommen, sind Charterboote von Teneriffa. Von Sonntag bis Freitag ist hier täglich reger Wechsel im Hafen. Viele der Chartercrews sind allerdings vollkommen entkräftet und im wahrsten Sinne durch den Wind, wenn sie hier ankommen. Das Revier zwischen den Inseln ist sehr anspruchsvoll und gerade zwischen La Gomera und Teneriffa bildet sich in der Regel eine starke Beschleunigungszone (für die Physiker: Venturidüse) mit sehr viel Wind und hoher Welle.

Meist können sie sich nach dem harten Tag auf See dann nicht mehr recht auf die Manöver im Hafen konzentrieren und das gibt regelmässig viel Hafenkino bei starkem Wind. Wir können ja abwarten, bis die Bedingungen mal gut sind, um von einer Insel zur nächsten zu kommen, aber die Chartercrews wollen natürlich Segeln und müssen dann da durch.

Morgen soll so ein Tag mit eher moderaten Bedingungen sein und wir hoffen, dass wir unsere Fahrt nach El Hierro geniessen können.

7 Antworten auf „La Gomera – ein Traum ging in Erfüllung“

  1. Hallo ihr beiden, mal wieder ein ganz schöner Bericht. Man merkt, diese Insel liegt euch besonders am Herzen. Tolle Bilder (wie immer macht das sehnsüchtig). Und das Schwesterboot ist ja eine Überraschung. Sogar das Dingi liegt an der gleichen Stelle und sieht fast gleich aus. Dann wünsche ich euch eine gute Überfahrt und viele Delphine als Begleitung. Liebe Grüße aus der Kälte. Reinhard

    1. Moin Reinhard, es hat tatsächlich reichlich Delphine
      Delphine.
      Auch andere kleinere Wale haben wir schon gesehen. Dafür nehmen wir gerne in Kauf, dass wir bei totaler Flaute mit Motor fahren.

  2. Liebe Petra und Jan, habt herzlichen Dank für den schönen Bericht von der Insel, mit der Euch viel verbindet – wie schön, dass Ihr Euch diesen Traum erfüllen konntet! Wir wünschen Euch eine glatte Überfahrt und schöne Momente auf Eurem nächsten Stop!

  3. Hi Ihr 2,

    Auch ich hab mich wieder sehr über eure neue Story gefreut und wäre auch zuuu gerne beim Delfine beobachten dabei gewesen….aber die Vorfreude auf nächsten Winter bleibt 😉!
    Gutes Ankommen und neues Erkunden auf El Hierro wünscht euch Sabine.

  4. Liebe Petra, lieber Jan,
    Was für ein wunderbarer Artikel, den Ihr über La Gomera verfasst habt. Und wir waren ein kleiner Teil davon.
    Ich habe es sehr genossen , unsere Zeit in El Cabrito, Eure perfekt organisierten Wandertouren, unsere leckeren Kochaktionen 😄 … Euer Zuhause, die Sutje …und zu schnell ist eine Woche vergangen.

    Ein Potpourri an schönen Erinnerungen bleibt !!!
    Ich wünsche Euch weiterhin eine ganz tolle Zeit und immer eine sichere Fahrt.
    Ich habe mich so sehr gefreut Euch kennengelernt zu haben .
    Auf bald, Alexandra ☀️

    1. Liebe Alexandra,
      Vielen Dank für Dein nettes Feedback.
      Auch wir fanden die Zeit mit Sabine und Dir toll und es hat alles so super gepasst – und endlich mal 4 Leute zum Brändi Dog Spielen!
      Jederzeit gerne wieder!
      Petra und Jan

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