Bergfest

Heute haben wir auf unserer Fahrt von Mindelo nach Martinique die Hälfte erreicht. 1040 sm liegen vor wie hinter uns. So langsam kristallisiert sich als Ankunftstermin der 30.12. heraus.

Bisher verlief die Fahrt im Wesentlichen ereignisarm und zügig. Wir hatten einen recht beständigen Passatwind aus Nordost bis Ost mit meist 15 – 25 Knoten Stärke, also eigentlich schön. Die Nächte waren bei abnehmendem Mond sehr dunkel, haben dafür aber häufig einen tollen Sternenhimmel gezeigt. Nicht immer ganz schön war die Welle. Manchmal geordnet und angenehm hat sie uns nicht weiter gestört, manchmal chaotisch hat sie das Boot und uns ziemlich durcheinandergewürfelt und um den Schlaf gebracht. Fast alle Kissen und Handtücher haben wir mittlerweile in die Schränke gestopft, damit nichts scheppert, aber irgendetwas kommt immer wieder dazu.

Die Tierwelt hat sich sehr versteckt gehalten. Ein oder zweimal haben wir Delfine in der Ferne gesehen und viele fliegende Fische, aber keinen einzigen Wal.
Auch andere Schiffe haben sich rar gemacht. Seit den Kapverden haben wir zwei Segler aus der Ferne und ein Fischerboot auf AIS gesehen, sonst nichts.
Die einzige nette Abwechslung vom Segelalltag sind die abendlichen Funksprüche mit Bernd von der Hullu Poro, der einen Tag vor uns ist. Schön, dass wir nicht ganz alleine sind.
Von anderen Seglern hatten wir schon gehört, dass treibende Seegrasfelder ein Problem werden können, je näher wir der Karibik kommen. Das können wir auch beobachten und hatten bereits das erste Problem. Eigentlich steuert tagein tagaus unsere mechanische Windsteueranlage. Die hat aber ein Ruderblatt im Wasser, das einmal durch die Mengen von Seegras nach oben geklappt ist und nicht mehr gesteuert hat. War schnell wieder in Ordnung gebracht, aber kann jederzeit wieder passieren. Es wäre besonders blöd, wenn es nachts passiert und man es nicht sofort mitbekommt. Daher haben wir jetzt die elektrische Selbststeuerung im Einsatz, die sich durch Seegras nicht stören lässt.
Die Seegrasfelder behindern auch Tobi bei seinen Angelversuchen. Ausser Seegras war bisher noch nichts am Haken.
Die Stimmung an Bord ist verhalten gut, langsam macht sich doch der Schlafmangel wegen des Gewackels bemerkbar. Trotzdem gibt es jeden Abend eine warme Mahlzeit – allerdings immer aus einer Schale, da ein Essen auf Teller mit Messer und Gabel nicht wirklich zu handhaben wäre.
So wird vermutlich auch das Weihnachtsessen eher einfach ausfallen. Auf Gomera konnten wir einen importierten deutschen Christstollen kaufen, der dann verkostet werden soll. Dazu gibt es im Radio – wenn wir es empfangen können – die Sendung „Gruß and Bord“ des NDR, die seit vielen Jahrzehnten am 24.12. ausgestrahlt wird und Seeleute grüßt, die Weihnachten nicht zuhause sind.
In den nächsten Tagen wird es noch einmal anspruchsvoller und vermutlich weiterhin schlafarm werden. Am 25.12. soll der Wind für zwei Tage etwas zulegen und gleichzeitig die Wellenhöhe von jetzt 2.5 Meter auf 4 Meter anwachsen. Danach werden dann Wind und Welle langsam ausklingen. Damit es dann aber nicht zu einfach wird, folgen Gewitter. Es wird also bis zu unserer Ankunft nicht langweilig.
Wir freuen uns schon riesig auf den ersten Cocktail unter Palmen und eine ruhige Nacht vor Anker auf Martinique.

2 Antworten auf „Bergfest“

  1. Liebes Sutje-Team,
    vielen Dank für Euren Zwischenbericht zum ‚Bergfest‘!
    Ich wünsche Euch eine gute Weiterfahrt und dass Euch die erwarteten Wellen nicht zu sehr durchschütteln.
    LG
    Beate

  2. Liebe Petra, lieber Jan, weiterhin gute Fahrt! Wir denken an Euch! Und hoffentlich bald einige ruhige Stunden zum Ausschlafen.

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