Erzeugen und Verbrauchen von Brot

Brot ist natürlich ein ganz wichtiges Thema auf dem Schiff. Baguette und so ist ja lecker, aber auf Dauer nicht befriedigend. Und irgendwann gibt es ja vielleicht nicht mal mehr Baguette oder sowas zu kaufen und auf langen Seepassagen gibt es eh gar nichts. Es muss daher irgendwie Brot hergestellt werden. Das war auch einer der wesentlichen Punkte, warum ein Ofen an Bord sein muss und warum der Remoska dann angeschafft und ausprobiert wurde.

Wir haben als ständigen Begleiter einen Sauerteig mit an Bord, der gute Dienste leistet. Zu seiner Pflege und für den Vorteig mach ich eine Mischung aus Roggenschrot und Roggenmehl, das beides aus Deutschland bevorratet ist. Geschrotet wird mit der Handgetreidemühle, was schon echt Arbeit ist. Aber die Brote sind relativ klein und man braucht nur so 200 Gramm. Das geht noch ganz gut. Wenn der reine Roggen-Vorteig dann schön gegangen ist, kann man den Rest mit anderem Mehl, Körnern und Gewürzen anreichern.

Dann muss die fertige Mischung ja nochmal gehen. Zuhause hab ich mein Brot immer in der Kastenform gebacken und da ist das mit dem Formfaktor ja kein Problem. Das Brot wächst einfach nach oben. Im Remoska ist das nun insofern doof, weil man dann einen flachen Fladen bekommt, weil das Brot seitwärts geht. Abgeholfen hab ich durch Verwendung eines Gehkörbchens aus Sieb und Handtuch. Das gibt dann ein formschönes Sauerteigbrot.

Sauerteigfreunde wissen, dass man das Brot im Ofen am Anfang ziemlich heiss backen soll. Das kann der Remoska natürlich nicht. Was genau seine Arbeitstemperatur ist weiss ich nicht, aber irgendwo so bei 180° vielleicht; nach reiner Lehre also viel zu gering. Und dann kann man auch nicht vorheizen, denn beim Öffnen des Deckels zum einsetzen des Brots ist die Hitze schnell wieder weg. Das alles macht aber im Ergebnis nichts aus. Das Brot muss im Remoska ca. 1 Stunde backen und ist dann ganz hervorragend. Wie selbstgebackenes Sauerteigbrot allgemein, hält es sich auch auf dem Schiff mehrere Tage ohne Probleme. Das klappt also ganz prima – solange der Vorrat an Roggen hält.

Getreidemühle und Nussmühle

Ein anderes Thema ist das Weiterverarbeiten von altem „Kurzzeitbrot“, also solchem, was frisch lecker ist, aber schon am nächsten Tag trocken oder zäh. Von so Baguette und dergleichem sammelt sich ja immer etwas an, denn das neue Baguette ist immer einfach attraktiver als das alte. Semmelbrösel sind da natürlich imme eine gute Option. Die mache ich mit der Nussmühle. Aber die Dose ist dann schnell voll und soviel Semmelbrösel wie man altes Brot hat, kann man gar nicht sinnvoll verbrauchen. Es muss also eine effiziente Alternative her und da bietet sich der Semmelknödel oder – besser noch, weil fluffiger – der Serviettenknödel an.

Der Nachteil am Serviettenknödel ist die Menge Wasserdampf, die man nach einer Stunde Knödel im Wasserbad dann im Schiff hätte. Das will man nicht. Semelknödel wäre da weniger problematisch, aber vertragen nur eine begrenzten Menge Gemüseanteil ohne dass sie dann auseinanderfallen. Also war die Idee auch hier den Remoska zu bemühen und eine Serviettenknödelmasse angereichert mit Wirsing einfach zu backen. Damit das Ganze dann noch mehr Substanz bekommt, hab ich zum Schluss noch Blauschimmelkäse mit Creme Fraiche vermischt und 10 Minuten mitgebacken. Ein lecker Altbrotkuchen.

3 Antworten auf „Erzeugen und Verbrauchen von Brot“

  1. Moin Petra,
    die Mühe mit dem Brotbacken hat sich sicherlich gelohnt – jedenfalls sieht es auf dem Bild lecker aus!
    Vielen Dank generell für Eure Berichte – auch der Gastbeitrag von Reinhard hat sich super gelesen. Danke auch für die vielen schönen Bilder!
    Wünsche Euch weiterhin alles Gute!
    LG Beate

  2. Liebe Petra & Jan,

    Ich konnte Dich förmlich sprechen hören bei dem Beitrag! Das hört sich nach sehr durchdachten und effizienten Lösungen an. Viel Spaß Euch weiterhin und ich verspreche hoch und heilig Roggen mitzubringen wenn wir kommen können. Liebe Grüße aus dem verregneten München

  3. Das sieht alles so lecker aus, eine echte Petra…
    Freu mich über jeden Beitrag von Euch, der letzte von eurem Mitreisenden war auch super.
    VG
    Karin

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