Aus der Bordkücke: der Thunfisch – mal ohne Wasabi und Soja

Wie ja schon vorher mal berichtet, sind wir in der Marina von La Gomera von Sport-Thunfischern, meinst Amerikanern, umgeben. Das führt aber leider nicht dazu, dass wir hier direkt am Steg frischen Thunfisch bekommen. Erstens fangen sie doch eher selten etwas und haben dann leider nichts abzugeben. Und außerdem sind sie derzeit ohnehin in ein Forschungsprojekt eingebunden: von der Stanford Uni sind einige Wissenschaftler hier, die täglich mit der Flotte rausfahren, um Blauflossen-Thun zu fangen und dann mit Sendern ausgestattet wieder ziehen zu lassen. Damit wollen sie die Migrationsbewegungen der Thun-Population erforschen, was ja mal eine feine Sache ist.

Wir haben uns dann als Alternative einen Gelbflossen-Thunfisch aus der 5 Océanos, Boutique de Congelatos, geholt. Das 5 Océranos kann man sich als einen Unverpackt-Gefriergut-Supermarkt vorstellen. Alles sehr aufgeräumt und schlicht und nur mit Kühltruhen bestückt. Diese sterile Umgebung mitten im lokalen Gewerbegebiet von San Sebastian ist eine ziemliche Überraschung, wenn man sie das erste Mal betritt. Man bekommt dort alles vom Croissant, über Früchte, Pilze, Gemüse, Muscheln, sonstigen Weichtieren, Fischfilet bis zu ganzen Fischen und natürlich auch Fleisch und kann sich die gewünschte Menge in kleine Tütchen schaufeln.

Das Konzept ist zunächst etwas befremdlich, aber für uns sehr praktisch, weil wir ja keine Kühltruhe haben und dort ganz kleine Mengen einkaufen können, sodass keine aufgetauten Reste übrigbleiben, die schnell weiterverwertet werden müssen. Für die Grundversorgung der Leute, die in abgelegenen Gegenden der Insel wohnen, ist der Laden auch sicher sehr praktisch. Es werden dort jedenfalls viele Großeinkäufe getätigt.

Nun aber zum Gelbflossen-Thunfisch ohne Wasabi und Soja, dafür mit Avocado-Ingwer Blinis und Tomatensalsa.

Blinis:

  • 80 g Weißmehl
  • 40 g Buchweizenmehl
  • 100 ml lauwarme Milch
  • 1 Teelöffel Trockenhefe
  • 1 Teelöffel Honig
  • Salz
  • 1 Ei
  • 1 Avocado
  • 2 cm geriebenen Ingwer

Beide Mehle in eine Schüssel geben, eine Mulde machen, die Hefe und den Honig in der lauwarmen Milch auflösen und in die Mulde kippen, mit Mehl bestäuben. Warten, bis das Blasen schlägt. Dann Salz, Ei, Ingwer und zerdrückte Avocado zufügen und gut rühren. Nochmals gehen lassen.


Blinis dann in Butter ausbraten. Die Menge ergibt 6 bis 8 Blinis.

Ich finde Blinis ganz toll, weil die beim Braten so schön aufgehen und einen hübschen goldbraunen Rand bekommen. Mit Avocado sind sie auch sehr schön saftig und man kann sie auch gut am nächsten Tag pur oder belegt noch gut essen.

Thunfisch:

Um dem Thun mal eine andere Schärfe als Wasabi mitzugeben, hab ich die gerade frisch getrockneten Papayakerne verwendet, zu denen ich von Alexandra inspiriert wurde. Danke dafür! Die schmecken irgendwas zwischen Radieschen und Meerrettich. Das Thunfischfilet einfach auf beiden Seiten mit Sesam und gemörserten Papayasamen panieren und dann ganz kurz anbraten.
Dazu gab es dann noch Tomate mit roter Zwiebel und Öl.

3 Antworten auf „Aus der Bordkücke: der Thunfisch – mal ohne Wasabi und Soja“

  1. Hallo Sterne-Köchin, das sieht fein aus und die Blinis werde ich auf jeden Fall versuchen. Guter Thunfisch ist hier ja schwieriger zu bekommen. Da müsste ich nach Nürnberg.
    Dann nachträglich guten Appetit.
    Wir essen übrigens mittlerweile ziemlich oft Piementos als Vorspeise. Die haben sie jetzt fast in jedem Supermarkt hier. Sind halt in Plastik verpackt , aber immerhin.
    Liebe Grüße aus dem Corona Lager – Reinhard –

  2. Moin ihr beiden,
    Das sieht gut aus, werde ich auf jeden Fall nachkochen. Freue mich auf den ersten selbst gefangenen Tuna!
    Lieben Gruß von der belgischen Autobahn (Dauerregen)
    Lasse

  3. Hallo Petra, heute lasse ich auch endlich mal einen Kommentar hier. Hab schon einige Male durch deine Berichte gestöbert. Einfach nur toll. Und mit dem Blick auf den Counter… seit ihr wirklich schon 9 Monate unterwegs? Wie die Zeit rennt. Ich geh gleich mal in den Fotos stöbern 🙂
    Viele liebe Grüße
    Jenny

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