Zurück auf Martinique

Mittlerweile sind wir seit fast einer Woche wieder auf Martinique und liegen mit mindestens hundert anderen Schiffen vor Anker bei Sainte Anne, was auch unser erster Liegeplatz nach der Atlantiküberquerung war.

Vorher, auf Saint Lucia, hatten wir uns noch verholt von der Rodney Bay in die Marigot Bay. Dort kam zum ersten Mai so etwas wie Karibik-Feeling auf. Die Marigot Bay ist eine sehr schöne kleine Bucht mit einer sehr schmalen Einfahrt. Daher liegt man geschützt und ruhig, umgeben von Mangroven, einfachen Restaurants in Hütten und einem Hotel, das sich aber gut in die Landschaft einfügt.

Gleich in der Einfahrt zur Bucht wurden wir von mehreren Einheimischen in kleinen Booten abgefangen, die uns ihre Dienstleistungen wie Muringbojen (zum Festmachen des Bootes in der Bucht), Ausflüge, Brot zum Frühstück etc. verkaufen wollten. Nachdem wir die Muring schon beim Hotel reserviert hatten, konnten sie erstmal kein Geschäft machen.

Bei einem von ihnen haben wir später dann einen Ausflug mit Taxi zu einigen Sehenswürdigkeiten gebucht. Der Ausflug selbst war ganz nett, um mal das Inselinnere zu sehen, aber die Sehenswürdigkeiten haben uns nicht so vom Hocker gehauen. Zu sehen gab es vulkanische heiße Quellen, einen botanischen Garten, der eigentlich nur aus einem eingezäunten Stück Regenwald bestand, und einen Wasserfall. Alle Sehenswürdigkeiten verlangten nicht unerhebliche Eintrittsgelder. Das hatten wir besser auf den Azoren – und dort meist ohne Eintritt. Aber der Wasserfall war echt erfrischend.

Von Marigot Bay aus haben wir nochmal einen Ausflug nach Castries gemacht, weil uns der Ort sehr gut gefallen hat. Wieder ging es ganz problemlos mit einem vollgepackten Kleinbus in die Hauptstadt. Schwieriger wurde es, um die Mittagszeit von da wieder wegzukommen. Zum einen fährt jede Buslinie irgendwo in der Stadt los und es gibt kein Verzeichnis der Startpunkte. Zum anderen kamen wir zu einer Zeit, wo anscheinend keine Einheimischen mit dem Bus fahren wollten. Deswegen haben uns die Busfahrer ihre Dienste nur als Taxi anbieten wollen.

Irgendwann, nachdem wir schon drei Runden durch den Ort auf der Suche nach der richtigen Buslinie gemacht haben, hat Petra eine Polizistin nach dem Weg gefragt. Sie hat sich gleich als Officer George vorgestellt und ist mit uns im Schlepptau zur richtigen Abfahrtstelle losgelaufen. Erst als wir im richtigen Bus sassen und sie den anderen Fahrgästen klargemacht hatte, wo wir hinwollten, war sie zufrieden und ist weitergezogen. Das nennen wir wirklich mal „Polizei, Dein Freund und Helfer“.

Zwei Tage später haben wir dann St. Lucia verlassen und sind Richtung Norden nach Sainte Anne auf Martinique gesegelt. Sainte Anne ist ein netter kleiner Ort, der vom Tourismus lebt – vor allem von den vielen Seglern, die davor ankern. Daher ist die Versorgungslage auch gut. Es gibt einen brauchbar sortieren Supermarkt, ein paar Gemüsestände und einen sehr guten Bäcker.

Hier kann man sich sehr schön an das Karibikleben gewöhnen. Morgens mit dem Dinghy zum Bäcker fahren, tagsüber immer mal wieder zum Abkühlen vom Boot ins superklare Wasser springen, grosse Schildkröten beobachten, die häufig zwischen den Booten auftauchen und ab und zu mal ein Spaziergang einen Strand entlang machen – so bringt man den Tag schon rum, ohne dass es langweilig wird. Und wenn einem sonst nichts mehr einfällt, schaut man sich das wechselnde Wetter an.

Mittlerweile haben wir sogar eine richtige Wanderung von 16km um die Südspitze von Martinique geschafft. Dafür mussten wir aber ganz früh bei nicht ganz so hohen Temperaturen starten, da Petra sich noch nicht so ganz mit dem karibischen Klima arrangiert hat.

Gestern kam Tobi, unser Anhalter über den Atlantik, zu Besuch. Kurz nachdem er bei uns abgemustert hat, konnte er gleich auf dem nächsten Boot anheuern, diesmal als Co-Skipper auf einem Kojencharterboot. Die erste zweiwöchige Runde Richtung Saint Vincent and Grenadines hat er abgeschlossen. Heute ist Gästewechsel und morgen geht es wieder los für ihn.

Drei Tage werden wir noch hier draussen bleiben und uns dann wieder in die Marina von Le Marin verholen. Dort wird unsere Kutterfock repariert und wir werden nochmal die Vorräte aufstocken, bevor wir Ende Januar dann mit Besuch Richtung Dominica aufbrechen.

Die erste Woche Karibik

Seit gut einer Woche haben wir die Atlantiküberquerung hinter uns. Am 29.12. fiel der Anker um 23:00 vor Saint Anne, einem kleinen Dorf auf Martinique. Da wir dringend in ein ruhiges Bett mussten, gab es nur einen kurzen Ankunftsdrink und dann fielen die Augen zu. Am nächsten Morgen wachten wir früh auf und waren nicht wirklich ausgeschlafen. Die Überfahrt steckte uns ganz schön in den Knochen.

So sind wir dann bald ankerauf gegangen und haben uns in die Marina von Le Marin verholt. Hier stand erstmal Schiffspflege auf dem Programm. Von aussen war es gar nicht so schlimm, da die Salzschichten aufgrund der vielen Squalls fast weg waren. Aber innen gab es einiges zu tun.

Mal wieder ein Squall
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